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Uhrzeit/ 14:26:14 // Datum/ 2019:Jun:26 / letzte Änderung




Gassenhauer

Im Zimmer mit dem Blick
zum Park und in die Welt,
auch zur Straße hin ein Stück.
Liegt auf dem Bett und grübelt.
Starrer Blick zur Decke hin.
Ob ich das war, was ich gewesen bin?
Weil der Tag verflogen, verlogen,
stressig war und ich verbogen.
Doch dann,
bald schon, irgendwann:
Auf dem Gehwegpflaster „klack“,
Macht es „klack“, „klack“und „klackt“
mit jedem Schritt im Takt.
Musik in meinen Ohren.
Und es kribbelt irgendwo, verborgen.
Klackt ganz laut und fürchterlich.
Und die Neugier steigt aus meinem Bette.
Klack, klack, ich steh am Fenster und ich Wette,
dass sie ganz tolle Beine hat und schöne lange Haare.
Unter der Laterne dann im Licht,
es klackt noch immer fürchterlich und sticht,
steht sie da, im viel zu kurzem, roten Rocke.
Und in der Tat, so lange Beine.
Bis es wieder klackt, klack und klackt.
Tiefer Ausschnitt. Man sieht viel Busen.
Also die Phantasie sieht sie fast ganz nackt.
Tritt sie aus dem Laternenlicht,
denn sie wird abgeholt und sie schmusen.
Ihr Freund führt sie von Laterne zu Laternenlicht.
Und es klackt, klack und klackt,
und klackt bis ans Ende dieser Straße,
an der mein Hotel gestanden hat.
Ein Hotelfenster mit plattgedrückter Nase.
Im Park, im Licht der Laternen,
spielt der Wind mit Wolken vor den Sternen,
und was er mit Blättern der Platanen macht,
die Bäume werfen Schatten und es klackt.
Ganz weit weg, tief in der Nacht.


15.11.2014



© Jörg Segger