|------- Leseprobe Nesseltau u.a.---------| |==== |------- Leseprobe Nesseltau u.a. ---------| |------- Leseprobe Nesseltau u.a. ---------| |==== |------- Leseprobe Nesseltau u.a. ---------| |------- Leseprobe Nesseltau u.a. ------

Uhrzeit/ 00:06:43 // Datum/ 2019:Oct:21 / letzte Änderung





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Insperiert haben mich meine Erinnerungen und die aktuellen Bilder vom Müggelturm. Diesen Turm gibt es wirklich. In der Nähe des Berliner Müggelsees. Oh, wie die Erinnerungen aus Kindheitstagen sich doch von der jetzigen Realität unterscheiden!
Hier gibt es einen Ausschnitt aus der Rahmenhandlung des Buches.
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Nesseltau saß im Aufzug fest. Nichts ging mehr. Der Aufzug bewegte sich weder hoch noch runter. Sie musste mal.
Immer wieder versuchte sie mit der Zange am Stahlseil, den Aufzug zu bewegen. Es ging nicht. So sehr sie sich auch bemühte. Sie wurde wütend. Sie wurde ängstlich. Sie traute sich aber nicht zu viel Krach zu machen. Trotzdem: Sie hing fest!
Dann hatte sie eine Idee... .
... Dann hatte sie es geschafft. Sie stieg aus und befand sich in einem Raum, in dem aller Hand Unrat herum lag. Es war die Küche, in der sie mittels Aufzug gelangt war. Da war noch der riesige Herd und angerostete Tiefkühltruhen, Kühlschränke und Regale. Eine Bratpfanne lag in einer Ecke. Die Fensterscheiben waren blind. Nesseltau ging zu einer Tür. Ursprünglich war die Tür verglast. Jetzt war, anstatt Glas, eine Sperrholzplatte im stabile Rahmen. Die Fensterscheiben, die noch nicht eingeschlagen waren, waren blind. Total verschmutztes Glas oder ebenfalls mit eingesetzten Sperrholzplatten waren sämtliche Fenster bestückt. Es war eine unheimliche Beleuchtung. Irgendetwas knackte da draußen. Nesseltau duckte sich und wartete. Dann schlich sie zu einem der Fenster, die noch verglast waren und schaute nach draußen. Sie sah eine Terrasse. Die Sonne schien auf Terrassenplatten, die fast alle defekt waren und nicht mehr gerade auf der Terrasse lagen. Viele Platten fehlten bereits. Junge Bäume wucherten mit dem Unkraut um die Wette. Die Natur eroberte das ehemalige Ausflugslokal zurück. Sie schaute nach oben. Sie sah einen Turm. Die untere Etage war komplett mit Eisengitter geschützt, damit die Scheiben nicht eingetreten werden konnten. Der Müggelturm hatte vor Jahren neue Fenster bekommen. Kurz nach der Wende. Irgendwie war wohl diese Ausflugsgaststätte nicht mehr so stark besucht, dass man hier so gute Geschäfte machen konnte, um das Objekt wieder herzurichten.
Nesseltau sah keine Person. Menschenleer schien der Platz um den Turm, wie auch die Terrasse. Sie beschloss, sich darum zu kümmern, aus der ehemaligen Küche herauszukommen. Sie wollte in die Freiheit. Es schien, als wenn die Entführer sie vergessen hatten.
Zuerst versuchte sie die Tür aufzustemmen. Die war aber sehr gut gesichert. Dann hatte sie schnell genug, von den ewigen zaghaften Versuchen. Sie schnappte sich die schwere Bratpfanne und schleuderte sie gegen eine Fensterscheibe. Die Pfanne pralle ab, ohne Schaden angerichtete zu haben. Kein Erfolg. Nesseltau erkundete wieder die Räumlichkeiten und gelangte zu einer Treppe, die eine Etage nach oben zur Plattform, direkt unter dem Müggelturm führte. Die Tür war von innen sehr gut gesichert. Eisenprofile standen schräg gegen die Tür und stemmten sich in die Türverstrebung. Nesseltau entferne die Eisenprofile. Dann nahm sie einige Meter Anlauf und lief mit voller Geschwindigkeit gegen die Tür. Der Klügere gab nach. Die Tür flog ganz leicht auf. Nesseltau hatte soviel Schwung, dass sie mehrere Meter über die obere Terrasse in Richtung Turm lief, bevor sie sich abfangen konnte. „Glück gehabt Nesseltau. Nur noch ein paar Schritte und Du wärst auf die untere Terrasse gestürzt!“, sagte sie zu sich. Dann packte sie jemand.
Sie wehrte sich. „Au! Sie tun mir weh. Lassen sie los!“ Nesseltau schlug um sich. Sie hatte aber keinen Erfolg. Von dem ersten Mann, der sie gepackt hatte, hätte sie sich fast befreit. Dann kam dem aber ein weiterer Mann zur Hilfe. Sie heulte vor Wut. Oder war es Verzweiflung?
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(Ein Auszug!)


© Jörg Segger